Philosophie
Es war Pfingsten 2005, ein paar Freunde und ich machten uns auf den Weg zur Insel Rügen um für ein paar Tage auszuspannen und um hinreichend viel Bier zu konsumieren. Nachdem wir uns am ersten Tag auf Rügen mit ausreichend Bier versorgt hatten und wieder auf dem Campingplatz waren, begannen wir die Biere zu öffnen und uns das Getränk der Götter einzuflößen.
Ich bemerkte dabei, dass keiner der Anwesenden einen – von mir so verhassten – Flaschenöffner nutzte. Jeder benutzte sein Feuerzeug und das, was ich schon immer wusste, wurde mir in diesem Moment noch einmal ins Hirn gebrannt: Flaschenöffner sind Teufelszeug, von der Industrie ersonnen um die Menschen in Abhängigkeit zu stürzen und sie zu geistlosen Arbeitsmaschinen zu machen! Aber da komme ich später drauf zurück. Jedenfalls machte ich meinem Unmut Luft und legte meinen Freunden meinen Standpunkt dar. Sie stimmten mir zu wir gründeten eine Bewegung und www.bieraufmachen.de war geboren, denn jede Bewegung in unserer Zeit braucht eine Homepage. So in etwa, nur über viele Stunden verteilt, erwuchs die Idee. Aufgrund von andauerndem Bierkonsum sind mir jedoch sämtliche Details entfallen.
Der geneigte und aufmerksame Leser wird an diesem Punkt feststellen, dass bis an diese Stelle meiner Ausführungen noch nicht ein Wort über die Philosophie, die hinter der Bewegung „BIERAUFMACHEN“ steht, geschrieben wurde.
Nun das kommt jetzt!
„BIERAUFMACHEN“ ist nicht das Hirngespinst von Betrunkenen wie es sich im ersten Moment und auf einen flüchtigen Blick darstellt, nein, es ist vielmehr eine Bewegung mit dem Anspruch in vielleicht hundert Jahren eine allgemein anerkannte Glaubensrichtung zu sein, die neue gerechte Regierungssysteme hervorgebracht hat. Eine Bewegung, der eine fundamentale Philosophie zugrunde liegt. Diese Philosophie lässt sich nun zunächst auf einen Satz reduzieren: Im Öffnen liegt der Quell des Lebens, denn der Mensch definiert sich über das Öffnen, das ihm in seiner vollkommensten Art die Möglichkeit einräumt absolute Erkenntnis zu erlangen und sowohl die physische Welt als auch die Metaphysik auf einen Schlag zu begreifen. So in etwa könnte die Quintessenz der Philosophie des Öffnens bzw. des „BIERAUFMACHEN“s lauten. Dieser fundamentale Satz bedarf natürlich einiger weiterer Ausführungen.
Zunächst muss man sich den Vorgang des Öffnens eines Bieres genauer anschauen, um den Sinn hinter der Philosophie auch nur annähernd zu verstehen und verinnerlichen zu können. Am Anfang steht die Flasche, ungeöffnet, nicht bereit ihren Inhalt freizugeben, da die Flasche aber nur existiert, weil der Inhalt existiert, ist sie nicht in der Position über den Inhalt Macht auszuüben. Ohne ihren Inhalt ist die Flasche nichts, ER ist das Leben, welches der Flasche ihre Anziehungskraft verleiht. Ist die Flasche leer, so bedeutet sie nichts mehr für uns, wir begeben uns auf die Suche nach einer vollen Flasche, um uns erneut der Kraft zu unterwerfen. Die Flasche, wie bereits erwähnt zunächst verschlossen, durch ein bedrucktes Stück Metall, dessen Innenseite mit einem Kunststoff beschichtet um eine Symbiose zwischen der Flasche und der Kappe (Kronkorken, Deckel, Scheißding, usw.) zu gewährleisten, muss nun durch uns geöffnet werden.
Ziel unserer Bewegung „BIERAUFMACHEN“ ist es den Kronkorken auf möglichst spektakuläre Weise von der Flasche wegzusprengen. Spektakulär liegt natürlich im Auge des Betrachters, das Einzige was zählt ist die Kreativität. Das Einzige was verboten ist, da es Kreativität und Kommunikation zerstört, ist das Öffnen einer Flasche mit einem herkömmlichen FLASCHENÖFFNER, er bedeutet Stillstand ja sogar Rückschritt, er beraubt einen jeden Öffner seiner Identität, der Möglichkeit seine ganz eigene Methode zum Öffnen des Bieres zu finden. Der Flaschenöffner steht gegen die ganze Philosophie des „BIERAUFMACHEN“s, er ist unser Satan, wir wollen Ihn verbannen und die Menschheit aus seinen Klauen befreien. Flaschenöffner sind tabu.
Hat man diese grundlegende Regel unserer Philosophie erst einmal in sich aufgenommen und mit seinen Freuden ein paar Flaschen nach unserer Kreativmethode geöffnet, so wird man schnell feststellen, dass das Öffnen einen sehr meditativen, friedlichen, gruppenstärkenden und nicht zuletzt kommunikativen Charakter besitzt. Wenn man erst einmal gefallen am Öffnen nach eigenen Regeln gefunden hat, so begibt man sich in einer Art natürlicher Reaktion auf die Suche nach der ultimativen Öffnungsmethode. Bisher ist es noch niemandem gelungen, diese für sich zu finden und es ist klar, dass es keine allgemeingültige ultimative Öffnungsvariante geben kann. Doch unserer Ansicht nach muss einfach mehr dahinter stecken, die Lösung aller Probleme der Menschheit muss möglich sein, wenn der Auserwählte die Ultimative Öffnung vollführt hat.
Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, viele, viele, sehr, sehr, viele Flaschen müssen von uns allen geöffnet und geleert werden. Doch der Tag wird kommen, an dem sich unser Glaube und unsere harte Arbeit auszahlen wird und wir auf einer neuen Erde leben werden.
In diesem Sinne ein dreifach fröhlich BIER-AUF BIER-AUF BIER-AUF
